Warum sich bei dir niemand bewirbt – und was deine Website damit zu tun hat
Die Auftragsbücher sind voll. Bis ins Frühjahr ist alles verplant, und das Telefon klingelt trotzdem weiter. Eigentlich ein Grund zur Freude.
Wäre da nicht diese eine Sache: Seit Monaten suchst du einen Gesellen. Die Lehrstelle ist seit zwei Jahren unbesetzt. Die Anzeige läuft, der Zettel hängt an der Werkstatttür, du hast es im ganzen Bekanntenkreis herumerzählt. Und es meldet sich: genau niemand.
Wenn du einen Handwerksbetrieb führst, kennst du diese Situation wahrscheinlich besser, als dir lieb ist. Und vielleicht hast du dich auch schon gefragt, woran es liegt. An der Jugend? Am Lohn? An weiß der Kuckuck?!
All das spielt eine Rolle. Aber kennst du den einen Punkt, über den fast niemand spricht, und den du selbst in der Hand hast? Genau: was Bewerber finden, wenn sie online nach dir suchen.
In diesem Artikel zeige ich dir, warum deine Website bei der Suche nach Mitarbeitern und Lehrlingen eine viel größere Rolle spielt, als du vielleicht denkst. Und was du konkret tun kannst, damit sich die richtigen Leute bei dir melden.
Inhalt
Arbeit gibt es genug. Was fehlt, sind die Menschen.
Martin Haller, Präsident des lvh, hat es in seinem Rückblick auf das Jahr 2025 auf den Punkt gebracht: „Das Handwerk hat Arbeit – was fehlt, sind die Menschen, die sie ausführen können.”
Der Fachkräftemangel gilt im Verband als das größte strukturelle Risiko für das Südtiroler Handwerk. Dazu kommt, dass viele Fachkräfte in der Nähe ihres Arbeitsplatzes keine leistbare Wohnung finden.
Das heißt zweierlei.
Erstens: Es liegt nicht an dir. Wenn sich niemand bewirbt, ist das kein persönliches Versagen und kein Zeichen dafür, dass dein Betrieb unattraktiv ist. Es ist ein Problem, das eine ganze Branche betrifft.
Zweitens (und das ist der unbequemere Teil): Wenn alle Betriebe dieselben wenigen Leute suchen, entscheidet sich die Sache nicht mehr daran, wer eine Stelle zu vergeben hat. Sondern daran, wer sich besser präsentiert.
Früher hat der Betrieb ausgewählt. Heute wählen die Bewerber. Und sie entscheiden sich für den Betrieb, bei dem sie sich am besten vorstellen können, jeden Morgen hinzugehen.
Dafür müssen sie sich aber erst einmal ein Bild machen können.
Bevor jemand anruft, schaut er nach
Stell dir einen jungen Elektriker vor. Die Lehre hat er seit zwei Jahren hinter sich, und im Moment überlegt er, den Betrieb zu wechseln. Von deinem Betrieb hat er gehört – vielleicht über einen Freund, vielleicht hat er euren Lieferwagen auf der Straße gesehen.
Was macht er als Erstes?
Er ruft nicht an. Er nimmt das Handy und sucht nach deinem Betrieb. Abends, auf dem Sofa.
Und dann findet er – was genau?
Vielleicht eine Website, die seit sieben Jahren exakt gleich ausschaut. Mit einem Foto vom Firmengebäude, einer Liste von Leistungen und einem Kontaktformular. Kein Wort darüber, wie es ist, bei euch zu arbeiten. Kein Gesicht. Keine offene Stelle.
Vielleicht findet er auch gar keine Website. Nur einen Eintrag bei Google Maps mit drei Bewertungen und einer Telefonnummer.
Oder er findet eine Stellenanzeige als PDF, die sich auf dem Handy nicht vernünftig öffnen lässt.
In all diesen Fällen passiert dasselbe: Er schließt die Seite wieder. Wir sind es heute gewohnt, dass online alles einfach funktioniert und vor allem ohne Aufwand. Eine Website, die es Besuchern unnötig schwer macht, hat da verloren.
Dabei hätte ihm deine Website eine Menge erzählen können. Wer ihr seid, wie ihr arbeitet, warum es sich lohnt, bei euch anzufangen.
Für ihn ist sie der erste Eindruck von deinem Betrieb. Und der entscheidet, ob er sich traut, anzurufen.
Die Fragen, die sich Bewerber stellen
Ganz ähnlich wie Kunden, die sich auf deiner Website eine Reihe von Fragen stellen, die sie nie laut aussprechen, geht es auch Bewerbern:
Wer ist der Chef – und wie ist der so?
Wer arbeitet da noch? Passe ich ins Team?
Was mache ich da den ganzen Tag?
Wie sind die Arbeitszeiten? Gibt es viele Überstunden?
Was verdiene ich ungefähr?
Gibt es ein Firmenauto, gutes Werkzeug, Arbeitskleidung?
Kann ich mich weiterbilden? Den Meister machen?
Wie weit ist das von mir zu Hause?
Und wenn ich mich melde: Was passiert dann?
Wenn deine Website auf keine dieser Fragen eine Antwort gibt, warum sollte sich dann jemand bewerben?
„Eine Website ändert doch nichts am Fachkräftemangel”
Vielleicht denkst du gerade: Schön und gut. Aber eine Website zaubert mir keine Fachkräfte herbei.
Stimmt. Das tut sie nicht. Eine Website ist ein Werkzeug, kein Wundermittel. Und ich will dir auch nichts anderes erzählen.
Eine Website bildet keine neuen Elektriker, Tischler oder Installateure aus. Sie löst nicht das Wohnungsproblem. Und sie ersetzt keinen fairen Lohn und kein gutes Betriebsklima.
Aber sie entscheidet mit, ob die wenigen Leute, die gerade suchen, bei dir landen – oder beim Betrieb zwei Orte weiter.
Ein paar Einwände habe ich schon öfter gehört. Schauen wir sie uns kurz an.
„Bei uns läuft das über Mundpropaganda.”
Das ist gut – und soll auch so bleiben. Aber auch wer über einen Bekannten von dir hört, schaut nach, bevor er sich meldet. Die Empfehlung weckt das Interesse. Die Website hilft maßgeblich bei der Entscheidung, ob daraus eine Bewerbung wird.
„Wir sind zu klein für so etwas.”
Gerade kleine Betriebe profitieren am meisten. Denn was du bietest, ist genau das, was viele suchen: ein überschaubares Team, kurze Wege, ein Chef, den man beim Vornamen kennt. Nur muss man das auch sehen können.
„Die Jungen sind doch eh nur auf TikTok.”
Mag sein. Aber spätestens wenn es ernst wird, schauen sie nach. Und ihre Eltern erst recht. Dazu gleich mehr.
„Ich hab keine Zeit für so was.”
Verständlich. Du hast einen Betrieb zu führen. Aber rechne einmal nach, was dich eine unbesetzte Stelle kostet: abgelehnte Aufträge, Überstunden, ein müdes Team, du selbst am Samstag auf der Baustelle. Dagegen ist eine gute Karriereseite eine überschaubare Investition – die du einmal machst und die dann jahrelang für dich arbeitet.
Was eine gute Karriereseite anders macht
Wenn ich mit Betrieben über ihre Website spreche, geht es selten zuerst um Farben oder Schriften. Es geht darum, was die Website leisten soll – und für wen.
Für die Personalsuche heißt das: Deine Website braucht eine eigene Seite für Bewerber. Nicht irgendwo versteckt, sondern gut sichtbar im Menü. „Jobs”, „Karriere” oder einfach „Arbeiten bei uns”.
Was dort draufgehört, schauen wir uns jetzt der Reihe nach an.
Echte Fotos von echten Menschen
Das Wichtigste zuerst: Zeig dich und dein Team. Nicht mit Datenbankfotos von lächelnden Handwerkern in blitzsauberen Overalls, sondern mit echten Bildern.
Der Chef in der Werkstatt. Das Team bei der Marende. Der Lehrling an der Maschine. Der Firmenlieferwagen vor einer Baustelle.
Das muss keine Hochglanz-Fotografie sein. Aber es muss echt sein. Denn die wichtigste Frage eines Bewerbers lautet: Wer sind die Leute, mit denen ich jeden Tag arbeite?
Ein kleiner Tipp: Wenn du einmal einen Fotografen im Betrieb hast, plane gleich eine halbe Stunde für Teamfotos und Bilder aus dem Arbeitsalltag ein. Die kannst du dann jahrelang verwenden – auf der Website, in Stellenanzeigen, auf Social Media.
Ein Blick in den Arbeitsalltag
Beschreib, wie ein typischer Tag bei euch aussieht. Wann geht es los? Wo seid ihr unterwegs? Welche Projekte macht ihr? Was ist das Besondere an eurer Arbeit?
Zum Beispiel so:
„Um sieben treffen wir uns in der Werkstatt, besprechen den Tag und laden das Material. Die meisten unserer Baustellen liegen im Pustertal, selten weiter als eine halbe Stunde entfernt. Wir machen vor allem Sanierungen in Wohnhäusern – kein Fließband, sondern jeden Tag etwas anderes.”
Solche Sätze sind Gold wert. Weil sie ein Bild im Kopf erzeugen. Der Bewerber sieht sich selbst schon um sieben in der Werkstatt stehen.
Antworten auf die Fragen, die alle haben
Arbeitszeiten, Urlaub, Weiterbildung, Firmenauto, Werkzeug, Arbeitskleidung. Und ja: auch der Lohn.
Du musst keine genaue Zahl nennen. Aber eine Orientierung hilft enorm. „Wir zahlen über dem Kollektivvertrag” oder „Einstieg ab … Euro brutto” nimmt eine große Unsicherheit – und spart dir Gespräche mit Leuten, bei denen es ohnehin nicht passt.
Wenn du bei der Wohnungssuche helfen kannst, schreib es hin. Das ist in Südtirol ein echtes Argument, mit dem sich kaum ein Betrieb zeigt.
Dasselbe gilt für alles, was dich von anderen unterscheidet: die Vier-Tage-Woche im Sommer, der Freitagnachmittag frei, die bezahlte Meisterprüfung, das neue Werkzeug statt der alten Maschinen. Was für dich selbstverständlich ist, kann für einen Bewerber genau der Grund sein, anzurufen.
Eine Bewerbung, die nicht abschreckt
Viele Betriebe verlangen für eine Gesellenstelle einen Lebenslauf, ein Anschreiben und Zeugnisse. Das schreckt ab – vor allem Leute, die gut mit den Händen arbeiten, aber ungern Texte schreiben.
Mach es einfach. Biete mehrere Wege an:
Anrufen, mit Name der Person, die abhebt
Eine kurze Nachricht über ein Formular: Name, Telefonnummer, gewünschte Stelle. Fertig.
Eine WhatsApp-Nachricht
Einfach in der Werkstatt vorbeikommen
Und schreib dazu, was danach passiert. Zum Beispiel: „Wir melden uns innerhalb von zwei Tagen und laden dich auf einen Kaffee und einen Rundgang durch die Werkstatt ein.”
Übrigens: In einer Umfrage unter Schülern und Auszubildenden in Deutschland hat eine deutliche Mehrheit angegeben, die Bewerbung auf Papier zu bevorzugen – weil sie ihnen seriöser vorkommt. Es geht also nicht darum, alles zu digitalisieren. Es geht darum, Hürden abzubauen und jedem den Weg anzubieten, der für ihn passt.
Stimmen aus dem Team
Lass deine Mitarbeiter zu Wort kommen. Zwei, drei Sätze reichen:
„Ich bin seit acht Jahren dabei. Was ich schätze: Man wird hier gefragt, bevor entschieden wird.” – Geselle im Team
Das überzeugt mehr als jeder Satz über das „familiäre Betriebsklima”. Denn das schreibt jeder. Aber nicht jeder hat Mitarbeiter, die es bestätigen.
Noch stärker wirkt ein kurzes Video: ein Mitarbeiter, der dreißig Sekunden lang erzählt, warum er gern bei euch arbeitet. Mit dem Handy aufgenommen, in der Werkstatt. Mehr braucht es nicht.
Bei Lehrlingen entscheidet die Familie mit
Bei der Lehrlingssuche gibt es eine Besonderheit, die viele übersehen: Du überzeugst nicht nur einen Jugendlichen. Du überzeugst eine ganze Familie.
In derselben Umfrage gab rund die Hälfte der Schüler und Auszubildenden an, dass ihre Eltern einen starken oder sehr starken Einfluss auf ihre Berufswahl hatten. Und bei vier von zehn hatten die Eltern auch großen Einfluss darauf, in welchem Betrieb die Lehre gemacht wird.
Das heißt: Wenn ein 15-Jähriger überlegt, bei dir eine Lehre anzufangen, sitzt irgendwann seine Mutter oder sein Vater am Küchentisch und schaut sich deine Website an.
Und die haben ganz andere Fragen als ihr Kind:
Wer bildet meinen Sohn oder meine Tochter aus? Wie viel Erfahrung hat diese Person?
Wie läuft die Lehre ab? Wie ist das mit der Berufsschule?
Wie sicher ist der Betrieb? Gibt es ihn schon lange?
Was kommt nach der Lehre? Gibt es eine Perspektive – Geselle, Meister, vielleicht irgendwann die Übernahme?
Werden die Lehrlinge ernst genommen – oder nur zum Zusammenkehren eingesetzt?
Eine gute Lehrlingsseite spricht beide an. Den Jugendlichen mit Bildern, Projekten und dem, was er lernen wird. Die Eltern mit Sicherheit, Erfahrung und Perspektive.
Was auf eine Lehrlingsseite gehört
Wer ausbildet – mit Foto und ein paar persönlichen Sätzen
Wie die Lehre abläuft, Jahr für Jahr
Was ehemalige Lehrlinge heute machen
Ein Satz, der zeigt, dass du Lehrlinge ernst nimmst
Die Möglichkeit zu schnuppern – mit einem einfachen Weg, sich dafür anzumelden
Gerade das Schnuppern ist ein unterschätzter Hebel. Wer einmal einen Tag in deiner Werkstatt verbracht hat, die Leute kennengelernt und selbst etwas in der Hand gehabt hat, entscheidet sich viel leichter. Und die Eltern auch.
Ein Satz, der Eltern beruhigt
Manchmal reicht ein einziger Satz, um bei Eltern viel Vertrauen aufzubauen. Zum Beispiel:
„Seit 1998 haben bei uns 14 Lehrlinge ihre Ausbildung abgeschlossen. Sechs davon arbeiten heute noch bei uns – zwei als Meister.”
Solche Zahlen hat fast jeder Betrieb. Sie stehen nur fast nie auf der Website.
Die PDF-Stellenanzeige – und warum sie kaum jemand liest
Der häufigste Fehler, den ich auf Websites von Handwerksbetrieben sehe: die Stellenanzeige als PDF.
Irgendwann wurde sie für die Zeitung gestaltet und dann einfach auf die Website hochgeladen. Verlinkt irgendwo im Kleingedruckten, beschriftet mit „Stellenangebot.pdf”.
Das Problem dabei:
Auf dem Handy lässt sich ein PDF oft nur mühsam lesen. Und die meisten schauen auf dem Handy nach.
Google kann den Inhalt schlechter einordnen. Die Stelle wird kaum gefunden.
Das PDF ist meist veraltet, weil niemand daran denkt, es auszutauschen.
Es wirkt wie eine Pflichtübung, nicht wie eine Einladung.
Dazu kommen ein paar weitere Fehler, die mir immer wieder begegnen.
Die Stelle ist längst besetzt – steht aber noch online
Oder umgekehrt: Du suchst seit Monaten, aber auf der Website steht nichts davon. Beides kostet Vertrauen. Wer eine veraltete Anzeige findet, fragt sich, ob sonst auch alles so gepflegt ist.
Nur Anforderungen, keine Angebote
„Abgeschlossene Lehre, Führerschein B, Teamfähigkeit, Belastbarkeit, selbstständiges Arbeiten.” Und dann? Was bekommt der Bewerber dafür?
Eine Stellenanzeige ist keine Liste von Forderungen. Sie ist ein Angebot. Gerade in Zeiten, in denen sich die Bewerber ihren Betrieb aussuchen können.
Keine Ansprechperson
„Bewerbungen an info@…” wirkt unpersönlich. Ein Name, ein Foto und eine direkte Telefonnummer machen einen riesigen Unterschied. Dann weiß der Bewerber, mit wem er spricht – und die Hemmschwelle sinkt.
Die Seite ist nicht auffindbar
Die Karriereseite existiert, aber sie ist nicht im Menü. Man findet sie nur, wenn man weiß, dass es sie gibt. Und das weiß niemand.
Eine Stellenanzeige: vorher / nachher
Damit du siehst, was das in der Praxis bedeutet, hier ein Beispiel. So sehen viele Stellenanzeigen aus:
Vorher
Wir suchen: Tischlergesellen
Anforderungen: abgeschlossene Lehre als Tischler, Führerschein B, selbstständiges und genaues Arbeiten, Teamfähigkeit.
Wir bieten: einen sicheren Arbeitsplatz.
Bewerbungen mit Lebenslauf an info@tischlerei-beispiel.it
Das ist jetzt natürlich nicht falsch. Aber es macht auch nichts daran Lust, sich zu bewerben.
Nachher
Tischler mit abgeschlossener Lehre? Dann komm zu uns ins Team.
Wir sind sechs Leute in einer Werkstatt in St. Lorenzen und bauen Küchen, Einbauschränke und Innentüren – vom ersten Aufmaß bis zur Montage beim Kunden. Bei uns stehst du nicht den ganzen Tag an einer Maschine, sondern bist bei einem Projekt von Anfang bis Ende dabei.
Was du bei uns bekommst:
Feste Arbeitszeiten von 7 bis 16 Uhr, freitags bis 12 Uhr
Bezahlung über dem Kollektivvertrag
Neue Maschinen und gutes Werkzeug
Unterstützung, wenn du den Meister machen willst
Hilfe bei der Wohnungssuche, wenn du von weiter weg kommst
Was du mitbringen solltest:
Eine abgeschlossene Lehre als Tischler und Freude an sauberer Arbeit. Den Rest lernen wir gemeinsam.
So meldest du dich:
Ruf Thomas direkt an unter 0474 XXX XXX oder schreib uns eine kurze Nachricht. Kein Lebenslauf nötig – wir lernen uns lieber bei einem Kaffee in der Werkstatt kennen.
Merkst du den Unterschied? Die zweite Version beantwortet fast alle Fragen, die sich ein Bewerber stellt. Sie zeigt, wer ihr seid. Und sie macht den nächsten Schritt so einfach wie möglich.
Das Beste daran: Für so eine Anzeige brauchst du kein Werbebudget. Nur ein bisschen Zeit und den Mut, zu zeigen, was dich ausmacht.
Wie Bewerber dich überhaupt finden
Eine gute Karriereseite bringt nichts, wenn niemand sie sieht. Deshalb noch ein paar Punkte zur Auffindbarkeit.
Denk wie jemand, der sucht
Niemand googelt „Karriere Tischlerei Beispiel”. Aber viele suchen nach „Lehrstelle Tischler Bruneck” oder „Elektriker Job Meran”. Genau solche Begriffe sollten auf deiner Karriereseite vorkommen: der Beruf, der Ort, die Art der Stelle.
Eine eigene Seite pro Stelle
Wenn du mehrere Stellen hast, gib jeder eine eigene Unterseite. So kann Google jede einzeln finden – und Bewerber landen direkt dort, wo sie hinwollen.
Das Google-Unternehmensprofil nutzen
Dein Eintrag bei Google Maps kann kurze Beiträge enthalten. Ein Beitrag „Wir suchen einen Lehrling” mit einem Foto aus der Werkstatt und einem Link zur Karriereseite kostet dich fünf Minuten – und wird genau von den Leuten gesehen, die in deiner Nähe suchen.
Zweisprachig denken
In vielen Teilen Südtirols suchen Bewerber auf Deutsch und auf Italienisch. Eine italienische Version deiner Karriereseite kann den Kreis möglicher Bewerber deutlich erweitern.
Von Stellenportalen auf die Website verlinken
Wenn du Stellen auf Portalen ausschreibst, verlinke von dort auf deine Karriereseite. Wer mehr wissen will, findet dann alles an einem Ort – und sieht, wer ihr seid.
Deine Website arbeitet auch für die, die schon da sind
Ein Punkt, der gern vergessen wird: Eine gute Karriereseite wirkt auch nach innen.
Wenn deine Mitarbeiter sehen, dass sich ihr Betrieb gut zeigt, macht sie das stolz. Und wer stolz auf seinen Arbeitgeber ist, erzählt davon. Im Freundeskreis, im Verein, bei der Feuerwehr.
Mundpropaganda funktioniert nämlich doppelt so gut, wenn es etwas gibt, worauf man verweisen kann: „Schau dir mal unsere Website an, da siehst du, wie es bei uns ist.”
Und noch etwas: Wer sich bei seinem Arbeitgeber wohlfühlt und das auch nach außen zeigen kann, geht seltener. Die beste Personalsuche ist immer noch die, die gar nicht erst nötig wird.
So fühlt es sich an, wenn es funktioniert
Stell dir vor, wie es in einem Jahr aussehen könnte.
Ein Bewerber ruft an und sagt: „Ich hab mir eure Website angeschaut. Das mit den Küchen, vom Aufmaß bis zur Montage – das interessiert mich.” Er weiß schon, wer du bist. Er kennt dein Team vom Foto. Er weiß, was ihn erwartet. Das Gespräch fängt nicht bei null an.
Eine Mutter ruft an und fragt nach einem Schnuppertag für ihre Tochter. Sie hat gelesen, wer bei euch ausbildet und was eure ehemaligen Lehrlinge heute machen. Sie hat ein gutes Gefühl, bevor sie überhaupt da war.
Und du? Du musst nicht mehr jedem einzeln erklären, wie es bei euch läuft. Die Website macht die Vorarbeit. Du führst nur noch die Gespräche, die sich lohnen.
So ist das mit einer Website, die für dich arbeitet – auch bei der Personalsuche.
Infobox: Der Karriereseiten-Check
Beantwortet deine Website diese Fragen schon?
☐ Gibt es eine eigene Seite für Bewerber – gut sichtbar im Menü?
☐ Sieht man echte Fotos von dir und deinem Team?
☐ Wird beschrieben, wie ein Arbeitstag bei euch aussieht?
☐ Gibt es Angaben zu Arbeitszeiten, Weiterbildung und Ausstattung?
☐ Gibt es eine Orientierung zum Lohn?
☐ Kann man sich ohne großen Aufwand melden – auch ohne Lebenslauf?
☐ Steht dabei, was nach der Bewerbung passiert?
☐ Gibt es eine Ansprechperson mit Name und Foto?
☐ Sind alle Stellen aktuell?
☐ Funktioniert alles auch auf dem Handy?
Weniger als sechs Häkchen? Dann verschenkst du gerade Bewerbungen. Die gute Nachricht: Die meisten Punkte lassen sich mit überschaubarem Aufwand ändern.
Und jetzt?
Vielleicht hast du beim Lesen gemerkt, dass auf deiner Website einiges fehlt.
Wenn du wissen willst, wo deine Website bei der Personalsuche gerade steht, schaue ich sie mir gern für dich an. Kostenlos und unverbindlich. Du bekommst einen Blick von außen – und weißt danach, wo du ansetzen kannst.
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