Sichtbarkeit ist kein Ego-Ding
Du machst gute Arbeit. Du hilfst Menschen. Du hast etwas zu bieten.
Und trotzdem fühlt es sich komisch an, dich zu zeigen.
Vielleicht kennst du diesen Gedanken: „Ich will mich nicht so in den Vordergrund drängen." Oder: „Das wirkt doch total selbstverliebt." Oder, ganz klassisch: „Wer bin ich schon, dass ich mich hinstelle und sage: Hier bin ich, das kann ich?"
Falls du dich gerade ein bisschen ertappt fühlst – willkommen im Club. Du bist damit nicht allein. Tatsächlich höre ich genau diese Sätze regelmäßig. Von Coaches. Von Therapeutinnen. Von Ärztinnen, Fotografinnen, Beraterinnen. Von Frauen, die richtig gut sind in dem, was sie tun – aber sich schwertun, das auch zu zeigen.
Und ich verstehe das. Wirklich.
Aber ich glaube auch: Da steckt ein Missverständnis drin. Eines, das dich ausbremst. Und das wir uns heute mal genauer anschauen sollten.
Inhalt
Warum Sichtbarkeit sich oft falsch anfühlt
Lass uns mal ehrlich sein: Wir sind nicht gerade dazu erzogen worden, uns hinzustellen und zu sagen: „Hey, ich bin gut in dem, was ich tue."
Gerade Frauen haben oft gelernt: Sei bescheiden. Dräng dich nicht auf. Warte, bis du gefragt wirst. Mach deine Arbeit gut, dann werden die Leute schon von selbst kommen.
Und ja – gute Arbeit spricht sich rum. Empfehlungen sind Gold wert. Aber sie reichen nicht immer aus. Vor allem nicht am Anfang. Und vor allem nicht, wenn du wachsen willst.
Das Problem ist: Wenn du wartest, bis jemand dich „entdeckt", kann das dauern. Sehr lange. Oder gar nicht passieren. Nicht, weil du nicht gut genug bist – sondern weil niemand weiß, dass es dich gibt.
Und dann sitzt du da. Mit deinem Wissen. Mit deiner Erfahrung. Mit deinem Angebot, das Menschen wirklich weiterbringen könnte. Aber keiner findet dich.
Das ist nicht nur schade für dein Business. Das ist auch schade für die Menschen, denen du hättest helfen können.
Das Missverständnis: Sichtbarkeit gleich Selbstdarstellung
Ich glaube, viele verwechseln Sichtbarkeit mit Selbstdarstellung. Und das ist ein Problem.
Selbstdarstellung ist: „Schaut mal, wie toll ich bin."
Sichtbarkeit ist: „Ich bin hier – falls du jemanden wie mich suchst."
Das ist ein gewaltiger Unterschied.
Selbstdarstellung dreht sich um das eigene Ego. Um Applaus. Um Bestätigung.
Sichtbarkeit dreht sich um Verbindung. Um Erreichbarkeit. Um die Möglichkeit, dass die richtigen Menschen dich finden.
Wenn du dich zeigst – auf deiner Website, in deinem Newsletter, auf Social Media – dann tust du das nicht, um anzugeben. Du tust es, damit jemand, der gerade nach Unterstützung sucht, eine Chance hat, dich zu finden.
Das ist kein Ego-Ding. Das ist ein Service.
Was Sichtbarkeit wirklich bedeutet
Sichtbarkeit bedeutet nicht, dass du dich aufblasen musst. Es bedeutet nicht, dass du lauter sein musst als alle anderen. Es bedeutet nicht, dass du jeden Tag tanzen, performen oder „Content produzieren" musst, bis du nicht mehr kannst.
Sichtbarkeit bedeutet: Da sein. Erkennbar sein. Auffindbar sein.
Es bedeutet, dass jemand, der bei Google nach einer Lösung sucht, auf dich stoßen kann. Dass jemand, der eine Empfehlung bekommt und deinen Namen googelt, eine Website findet, die zeigt, wer du bist und was du machst. Dass jemand, der unsicher ist, ob du die Richtige bist, genug Informationen bekommt, um eine Entscheidung zu treffen.
Du musst nicht laut sein. Du musst nicht überall sein. Du musst nicht jeden Trend mitmachen.
Aber du musst irgendwo sein. Sichtbar. Greifbar. Echt.
Die unbequeme Wahrheit: Wer sich versteckt, hilft niemandem
Jetzt kommt der Teil, der vielleicht ein bisschen wehtut. Aber ich sage ihn trotzdem, weil ich glaube, dass er wichtig ist:
Wenn du dich versteckst, hilfst du niemandem.
Nicht dir selbst. Und nicht den Menschen, die dich brauchen könnten.
Stell dir vor, da ist jemand. Diese Person hat ein Problem, das du lösen könntest. Vielleicht Rückenschmerzen, die seit Monaten nicht weggehen. Vielleicht ein Business, das nicht vom Fleck kommt. Vielleicht ein Haus, das endlich geplant werden soll. Vielleicht eine Krise, die professionelle Begleitung braucht.
Diese Person sucht. Sie googelt. Sie fragt im Freundeskreis. Sie scrollt durch Instagram.
Und du? Du bist nirgends zu finden. Oder du bist zwar da, aber so zurückhaltend, dass niemand versteht, was du eigentlich anbietest.
Was passiert? Die Person findet jemand anderen. Vielleicht jemanden, der nicht so gut ist wie du – aber der sich zeigt.
Das ist nicht fair, sagst du? Stimmt. Ist es nicht. Aber so funktioniert es.
Die gute Nachricht: Du kannst das ändern. Nicht indem du jemand wirst, der du nicht bist. Sondern indem du sichtbar machst, wer du schon bist.
Warum gerade die Zurückhaltenden sichtbar werden sollten
Ich beobachte etwas Interessantes: Die Menschen, die sich am meisten mit Sichtbarkeit schwertun, sind oft genau die, die sichtbar sein sollten.
Warum? Weil sie reflektiert sind. Weil sie nicht einfach drauflosplappern, sondern nachdenken, bevor sie etwas sagen. Weil sie ihre Arbeit ernst nehmen. Weil sie echten Mehrwert bieten – und nicht nur heiße Luft.
Die Lauten, die Marktschreier, die „Ich bin der Geilste"-Typen – die sind sowieso schon überall. Die brauchen keine Ermutigung, sich zu zeigen. Die machen das von ganz allein.
Aber die Leisen? Die Gründlichen? Die, die lieber ihre Arbeit sprechen lassen würden?
Die fehlen oft. Und das ist schade. Weil die Welt mehr von diesen Stimmen braucht. Mehr Substanz. Mehr Echtheit. Weniger Show.
Wenn du also denkst, du hättest nichts Besonderes zu sagen – dann möchte ich dir widersprechen. Gerade du. Gerade deine Stimme. Gerade deine Art, Dinge zu sehen und zu erklären.
Die Welt braucht nicht noch mehr Lärm. Sie braucht mehr Menschen, die wirklich etwas zu sagen haben. Und die sich trauen, es zu sagen.
Sichtbarkeit heißt nicht: laut sein
Ich weiß, was du jetzt vielleicht denkst: „Aber ich bin einfach kein lauter Mensch. Ich kann nicht so auftreten wie diese Influencer-Typen. Das bin nicht ich."
Und weißt du was? Das ist völlig in Ordnung.
Sichtbarkeit hat nichts mit Lautstärke zu tun. Du musst keine Reels drehen, in denen du wild gestikulierend in die Kamera sprichst. Du musst keine kontroversen Meinungen posten, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Du musst nicht jeden Tag Content raushauen, bis du am Limit bist.
Sichtbarkeit kann auch ruhig sein.
Ein gut geschriebener Blogartikel, der Menschen wirklich weiterhilft. Eine Website, die zeigt, wer du bist und was du anbietest. Ein Newsletter, der einmal im Monat in den Postfächern deiner Leserinnen landet – mit echten Gedanken, nicht mit Marketing-Blabla.
Das ist auch Sichtbarkeit. Und oft ist es die Art von Sichtbarkeit, die nachhaltiger wirkt als der ganze Lärm auf Social Media.
Du darfst sichtbar sein auf deine Art. Mit deiner Stimme. In deinem Tempo.
Was deine Website damit zu tun hat
Jetzt fragst du dich vielleicht: Was hat das alles mit meiner Website zu tun?
Eine ganze Menge, würde ich sagen.
Deine Website ist oft der erste Ort, an dem Menschen dir begegnen. Bevor sie dich anrufen. Bevor sie einen Termin buchen. Bevor sie entscheiden, ob du die Richtige für sie bist.
Und hier passiert etwas Interessantes: Viele Websites von Selbstständigen sind … zurückhaltend. Fast schon schüchtern.
Da steht dann so etwas wie: „Herzlich willkommen auf meiner Website." Oder: „Ich biete verschiedene Leistungen im Bereich XY an." Oder, ganz beliebt: „Bei Fragen können Sie mich gerne kontaktieren."
Das ist nicht falsch. Aber es ist auch nicht sichtbar. Es ist … beige. Unauffällig. Austauschbar.
Eine Website, die wirklich für dich arbeitet, macht etwas anderes. Sie zeigt, wer du bist. Sie spricht die Menschen an, die zu dir passen. Sie macht Lust, mehr zu erfahren. Sie nimmt Unsicherheit und baut Vertrauen auf.
Das ist keine Selbstdarstellung. Das ist Kommunikation. Das ist: den Menschen da draußen helfen, dich zu finden und zu verstehen.
Wie Sichtbarkeit sich leichter anfühlen kann
Okay, genug Theorie. Lass uns mal praktisch werden. Wie kannst du sichtbarer werden, ohne dass es sich furchtbar anfühlt?
Hier ein paar Gedanken:
Fang bei dem an, was sich gut anfühlt. Du musst nicht alles auf einmal machen. Wenn dir Schreiben liegt, schreib. Wenn du lieber sprichst, mach einen Podcast oder Videos. Wenn du am liebsten eins-zu-eins arbeitest, fang mit persönlichen Nachrichten an. Finde deinen Kanal – den, der sich nach dir anfühlt.
Denk an die Menschen, nicht an die Masse. Sichtbarkeit fühlt sich oft überwältigend an, weil wir an „alle" denken. An die anonyme Masse da draußen im Internet. Aber du sprichst nicht zu allen. Du sprichst zu den Menschen, denen du helfen kannst. Stell dir eine konkrete Person vor. Schreib für sie. Sprich zu ihr. Das macht es persönlicher – und einfacher.
Erlaub dir, unperfekt zu sein. Dein erster Blogartikel muss kein Meisterwerk sein. Dein erstes Video darf wackeln. Deine Website darf sich weiterentwickeln. Warte nicht, bis alles perfekt ist. Zeig dich mit dem, was jetzt da ist. Du kannst später immer noch optimieren.
Erinnere dich an dein Warum. Warum machst du das, was du machst? Warum hast du dich selbstständig gemacht? Warum liegt dir deine Arbeit am Herzen? Wenn du dich daran erinnerst, fällt es oft leichter, dich zu zeigen. Weil es dann nicht mehr um dich geht – sondern um das, wofür du stehst.
Hol dir Unterstützung. Du musst das nicht allein machen. Ob es eine Kollegin ist, die dir Feedback gibt. Eine Mastermind-Gruppe, die dich ermutigt. Oder jemand, der dir hilft, deine Website so zu gestalten, dass sie wirklich zeigt, wer du bist. Manchmal braucht es einen Blick von außen, um zu sehen, was von innen unsichtbar bleibt.
Ein Gedanke zum Mitnehmen
Sichtbarkeit ist kein Ego-Ding. Es ist kein Angeben. Es ist kein „Schaut mal, wie toll ich bin."
Sichtbarkeit ist eine Entscheidung. Die Entscheidung, nicht länger darauf zu warten, dass jemand dich entdeckt. Die Entscheidung, den Menschen, die dich brauchen, eine Chance zu geben, dich zu finden.
Du musst dafür nicht jemand werden, der du nicht bist. Du darfst sichtbar sein auf deine Art. Mit deiner Stimme. Mit deiner Geschichte. Mit dem, was dich ausmacht.
Die Menschen, die zu dir passen, warten da draußen. Sie suchen nach jemandem wie dir. Aber sie können dich nur finden, wenn du dich zeigst.
Also: Zeig dich.
Nicht für dein Ego. Sondern für die Menschen, denen du helfen kannst.
Infobox: 5 Fragen, die dir helfen, dich zu zeigen
Wenn du gerade überlegst, wie du sichtbarer werden kannst, nimm dir einen Moment für diese Fragen:
Wem genau möchte ich helfen – und wie würde diese Person nach mir suchen?
Was würde ich einer Freundin über meine Arbeit erzählen, wenn sie fragt, was ich mache?
Welcher Kanal fühlt sich für mich am natürlichsten an (Schreiben, Sprechen, Bilder)?
Was hält mich davon ab, mich zu zeigen – und stimmt das wirklich?
Was wäre ein kleiner erster Schritt, den ich diese Woche gehen könnte?
Du musst nicht alles auf einmal lösen. Aber vielleicht bringt dich eine dieser Fragen ein Stück weiter.
Deine Website als erster Schritt
Wenn du merkst, dass deine Website dich gerade nicht so zeigt, wie du wirklich bist – dann ist das kein Drama. Das lässt sich ändern.
Manchmal sind es kleine Dinge: ein anderer Text auf der Startseite, ein besseres Foto, eine Struktur, die Menschen wirklich abholt.
Manchmal ist es mehr: ein kompletter Neuanfang, der endlich zeigt, wer du bist und was du zu bieten hast.
So oder so: Du musst nicht allein rausfinden, was fehlt.
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